Einblicke in die unterschiedlichen Bestandteile vom Diamantenreinheitsgrad (Clarity) ※

Reinheitsskala, Einschlüsse und Makel

Um den Diamantenreinheitsgrad zu kategorisieren, geht es bei der Diamanten-Klassifizierung zunächst um die Art von fehlerhaften Merkmalen innerhalb und außerhalb eines Diamanten. Man unterscheidet zwischen inneren und äußeren Fehlern. Sie werden in ihren Begriffen Diamant-Einschlüsse und Makel aufgeteilt. Bei Makeln handelt es sich um winzige Kratzer und Einkerbungen an seiner geschliffenen Oberfläche.

Bei den inneren Defekten sind es Einschlüsse, die entweder als „Wolken“ oder „Federn“ bezeichnet  werden. Insgesamt ergibt sich für innere und äußere Fehler ein einziger Begriff bei der Bewertung eines Diamanten. Diese Eigenschaften werden insgesamt Diamantenreinheitsgrad oder im Englischen „Clarity Characteristics“ genannt. Je geringer die Anzahl der Einschlüsse und Makel beim Diamanten, desto höher der Diamantenreinheitsgrad, und um so höher ist sein Diamant-Wert.

GIA Reinheitsscala (GIA Clarity Scale) mit Querschnitten der unterschiedlichen Einschlüsse in einem runden Diamanten

Die GIA-Diamantenreinheitsgrad-Tabelle in Form einer Skala

Ein lupenreiner Diamant weist weder äußere Fehler noch innere wie Einschlüsse auf. Auf der GIA-Reinheitstabelle oben wird dieser als FL (flawless) abgekürzt klassifiziert. Der niedrigste Diamantenreinheitsgrad bietet mit bloßem Auge deutliche Einschlüsse und Makel. In diesem Fall wird der Diamant mit dem Diamantenreinheitsgrad I3 (Inclusions3) bewertet.

Grundsätzlich sind Diamanten mit Einschlüssen und einer VS2-Bewertung oder besser in der Regel für das bloße Auge nicht sichtbar. Die Art dieser Einschlüsse sind nicht ohne Hilfe einer Lupe zu erkennen. Einschlüssen in Diamanten der Bewertungsstufe SI1 oder noch SI2 sind entweder mit bloßem Auge kaum oder gerade noch erkennbar. Beide Qualitätsstufen bieten Ihnen grundsätzlich ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Allerdings sollte jeder einzelne mit SI klassifizierte Diamant auf die Art der Einschlüsse sowie unter Berücksichtigung des individuellen Sehvermögens subjektiv beurteilt werden.

Diamanten unterhalb der Stufe mit dem Diamantenreinheitsgrad I1 empfehle ich jedoch nicht. In der Regel sind ihre Einschlüsse mit bloßem Auge erkennbar. Zudem können sie in Bezug auf Haltbarkeit Probleme aufwerfen.

Die Diamantenreinheitsgrad-Tabelle und ihre Bedeutung

Den Prozess einer Bewertung von Diamanten nimmt ein erfahrener Gemmologe vor, der idiesen unter einem Mikroskop bei 10-facher Vergrößerung untersucht. Anschließend klassifiziert er ihn nach seinem Diamantenreinheitsgrad mittels seiner Makel und Einschlüsse. Im Folgenden erhalten Sie eine strukturierte Einteilung nach dem Bewertungssystem (International Diamond Grading System) des GIA-Instituts. Sie können über jeden der Links einen detaillierten Einblick für die einzelnen Klassifizierungen der Diamantenreinheit mit Abbildungen erhalten.

  • FL (Flawless) – äußere und innere Diamantenreinheit – lupenrein, weder Einschlüsse noch sichtbare Makel bei 10-facher Vergrößerung erkennbar.
  • IF (Internally Flawless) – innere Diamantenreinheit – lupenrein, keine Einschlüsse erkennbar. An der Oberfläche können allerdings kleinste Spuren durch die Polierung (Feinschliff) während des Diamant-Schliffs mit 10-facher Vergrößerung sichtbar sein.
  • VVS1 & VVS2 (Very Very Slightly Included) – Einschlüsse werden mit 10-facher Vergrößerung extrem schwer erkannt.
  • VS1 und VS2 (Very Slightly Included) – Einschlüsse werden mit 10-facher Vergrößerung ziemlich schwer entdeckt, die sich aber im Allgemeinen nicht auf die optische Schönheit eines Diamanten mit dieser Bewertung auswirken.
  • SI1 & SI2 (Slightly Included) – die Einschlüsse sind unter 10-facher Vergrößerung leicht erkennbar und mit bloßem Auge unter gewissen Umständen sichtbar.
  • I1, I2 und I3 (Included) – Die Einschlüsse sind mit 10-facher Vergrößerung deutlich sichtbar. Neben der Haltbarkeit können Makel und Einschlüsse sich negativ auf die Brillanz und Transparenz eines Diamanten auswirken.
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Das Diamant-Zertifikat hält nur die Art der Einschlüsse und Makel sowie deren Position im und am Diamanten in einer grafischen Darstellung fest und klassifiziert die Unreinheiten. Der Zertifikat-Inhalt und die Bewertungen informiert hingegen nicht über die Schönheit des bestreffenden Diamanten. Hier hat James Allen die Online-Problematik mit einer bemerkenswerten Lösung genutzt und damals 1998 als erster und einziger Teilnehmer die Marktlücke der Diamanten-Branche erkannt und genutzt. Über eine revolutionären 360º-Video-Ansicht seiner angebotenen Diamanten haben Sie auf der Website den großen Vorteil, sämtliche Diamanten rundherum interaktiv betrachten und prüfen zu können. Der James-Allen-Link führt Sie direkt zu dem abgebildeten Diamanten-Video (bis 20-fache Vergrößerung) mit Smaragd-Schliff (GIA 3,07 Karat, Farbe G, SI1), der im Panoramabild hier oben auf der Seite in den drei Bild-Abschnitten zu sehen ist.

Einschlüsse in einem Diagramm als Bestandteil des Gia-Zertifikats als Überblick zum Diamantenreinheitsgrad

Der Übersichtspunkt im Diagramm „Clarity Characteristics“ des Gia-Zertifikats stellt sowohl die Art als auch die Position der Makel und Einschlüsse eines bewerteten und klassifizierten Diamanten dar. Im Wesentlichen funktioniert diese grafische Darstellung für den Diamantenreinheitsgrad wie eine Landkarte, wie sie in dieser Grafik gezeigt wird.

Die grafischen Darstellungen von Makeln und Einschlüssen sind üblicherweise in Diamant-Zertifikaten von Diamanten mit Karat-Gewicht von mehr als 1,00 Karat eingetragen. Für Diamanten, die weniger als 1 Karat haben, werden Diamanten-Dossiers ausgestellt. In ihnen gibt es keine dieser grafischen Übersichten.

Zwar kann das Diagramm für Einschlüsse zur komfortablen Identifikation eines bestimmten Diamanten genutzt werden. Allerdings sollten Sie wissen, dass diese Übersicht keine genaue Vorstellung über das tatsächliche Aussehen des Diamanten im Hinblick auf sichtbare Unreinheiten wiedergibt. Manchmal ist eine unübersichtliche grafische Darstellung mit unterschiedlichen Zeichen nicht hinreichend mit der tatsächlichen Abbildung des Diamanten zu vergleichen. Umgekehrt kann ein sauberes, deutlich übersehbares Diagramm schon eher ein Problem für das Aussehen eines Diamanten aufwerfen. Ich werde in einem anderen Kapitel darüber ausführlich schreiben.

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Diamanten entstehen unter extremen Bedingungen, wo sie unter einem Druck von 70.000 Kilogramm pro Quadratzentimeter und mehr einer Temperatur von mehr als 1.300°C der Natur ausgesetzt sind. Unter diesen Bedingungen bleiben natürlich vorkommende Fehler während ihres Entstehungsprozesses nicht aus. Interessanterweise sind die auftretenden Einschlüsse unseren Fingerabdrücken gleichzusetzen. Daher kann ein Diamant anhand seiner Einschlüsse als Bestätigung seiner Einmaligkeit genau identifiziert werden.

Der Diamantenreinheitsgrad, eines der größten Missverständnisse beim Kauf von Diamanten

Ich glaube gern, dass viele von Ihnen Schwierigkeiten haben, um sich für einen bestimmten Diamantenreinheitsgrad bei ihrer Diamanten-Auswahl zu entscheiden. Es gibt das schräge Vorurteil, dass, je höher der Reinheitsgrad eines Diamanten, desto mehr sein Funkeln und seine Brillanz. Die Frage daraus, stimmt das so wirklich? Würden Sie einen lupenreinen Diamanten kaufen, der frei von Einschlüssen und makellos ist? Von diesem Beweggrund mal abgesehen, für ein Diamanten wie diesen bezahlen Sie ein wahres Vermögen?

Über den folgenden Link kommen Sie zu diesem IF-Diamanten. Brian Gavin hat gerade einen in seiner Liste mit „Ideal-Bewertung“ im Diamant-Schliff und etwas mehr als 0,90ct.

Lassen wir die Frage hier unbeantwortet stehen und beantworten sie auf einer der kommenden Seiten. Dort zeige ich Ihnen auf, welche Diamantenreinheit für Sie die beste Bewertungsstufe bei einem Kauf sein sollte. Die Gründe dazu liefere ich Ihnen mit…

wirtschaftlich beste Diamantenreinheit

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Die unterschiedlichen Bestandteile im Diamantenreinheitsgrad
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